Miniatur Bullterrier Rasseportrait: Alles was du wissen musst!

Miniatur Bullterrier

Interessierst du dich für den Miniatur Bullterrier? Möchtest vielleicht wissen ob es eine eigenständige Rasse ist, wo sie geschichtlich her kommen, was man über ihr Wesen sagen kann und ob dieser Hund vielleicht zu dir und deinen Lebensumständen passt?

Dann bist du hier genau richtig. Hier erfährst du alles Wichtige was es über die Mini Ausführung des Bullterriers zu berichten gibt, um dir am Ende ein eigenes Bild über diese Rasse machen zu können.

Steckbrief Miniatur Bullterrier:

SteckbriefMiniatur Bullterrier
HerkunftGroßbritannien
Größe / Gewicht25 bis max. 35,5 cm / 11-15 kg
Lebenserwartung11 – 14 Jahre
Charaktereigenschaftenaktiv, mutig, anhänglich, kinderlieb, verspielt, ausgeglichen, dickköpfig
Aktivitätslevel (1 gering – 5 hoch)3-3,5

Geschichte und Herkunft des Miniatur Bullterriers

Die Geschichte begann ca. 1820 in England. Sowohl der Standard Bullterrier als auch der Miniatur Bullterrier entstanden aus der Verpaarung von Bulldoggen und Terriern.

Etwas später wurde zu den Bulldoggen noch der Dalmatiner und der ausgestorbene English White Terrier mit rein gekreuzt. Um die Körperstatur etwas beweglicher als auch eleganter zu machen.

Es entstanden zwei Schläge die sich in der Körpergröße unterschieden. Das heutige rassetypische Downface gab es zu der Zeit allerdings noch nicht, das wurde erst viel später rein gezüchtet.

Die große Variante wurde zu Hundekämpfen eingesetzt. Die Mini oder auch Toy Bullterrier Variante, zur Jagd auf Marder und Ratten. Sie lebten auf kleinstem Raum mit den englischen Arbeitern.

Sie waren auch sehr beliebt bei Familien, denn sie waren und sind auch immer noch sehr menschenbezogen und kinderlieb.

Gegen 1918 sind die Miniatur Bullterrier fast von der Bildfläche verschwunden und wurden sogar aus dem Kennel Club Rasse Register herausgenommen. 1938 wurde die Zucht von einem Briten Namens Richard Glyn und ein paar weiteren Liebhabern dieser Rasse, wieder aufgenommen.

Sie bildeten einen eigenen Club und legten eine maximal Höhe von 35,5 cm des Widerristes fest. Seit 1970 sind die Miniatur Bullterrier beliebte Familienhunde. Dennoch wurden sie erst 2011 vom FCI als eigenständige Rasse anerkannt.

Aussehen Miniatur Bullterrier

Die kleinen Bullis haben einen gut proportionierten, kräftigen Körperbau. Sie sind recht muskulös, aber nicht zu bullig sondern eher definiert. Sie haben eine abgerundete, eiförmige Kopfform, die man Downface nennt.

Ihr Gangbild wirkt eher etwas steif, je nach Laune und Gemütszustand. Die Miniatur Bullterrier haben glattes, kurzes Fell und haaren durch die fehlende Unterwolle relativ wenig. Bei kaltem und nassem Wetter frieren sie daher schnell und sind dankbar über einen Mantel.

Häufig sieht man den Mini Bulli in weiß, aber es gibt sie auch in rot, rehbraun, schwarz sowohl gestromt als auch in tricolor.

Miniatur Bullterrier sind keine Listenhunde
@ CaptureLight-depositphotos.com

Wesen und Charaktereigenschaften vom Minibullterrier

Miniatur Bullterrier sind Familien- und Begleithunde. Und genau das möchten sie auch sein, ein vollwertiges Familienmitglied! Sie sind ihren Menschen gegenüber sehr anhänglich und wahnsinnig verschmust.

Sie lieben Kinder und kriegen sich, aus Freude mit ihnen zu spielen, gar nicht mehr ein, weshalb man sie manchmal etwas bremsen muss. Fremden gegenüber sind sie eher neutral aber niemals unfreundlich.

Allerdings steckt ein wahrhaftiger Terrier in ihnen, was bedeutet das sie manchmal recht bellfreudig sein können.

Die kleinen Bullis sind sehr intelligent aber auch etwas eigensinnig, wenn ihnen etwas widerstrebt, ignorieren sie dich und ziehen einfach stur ihr Ding durch. Die mutigen und furchtlosen Hunde haben eine hohe Reizschwelle und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Von daher eignen sich die Mini Bullis auch für das Leben in der Stadt. Sie vertragen sich gut mit anderen Artgenossen und bei guter Sozialisierung auch mit anderen Haustieren.

Das kleine, muskulöse Kraftpaket hält sich am liebsten in der Nähe seiner Menschen auf, weshalb sie sich in den meisten Fällen zu einem treuen Weggefährten entwickeln. Viele Exemplare haben noch einen Jagdinstinkt, der sich mit dem richtigen Training aber gut händeln lässt.

Erziehung eines Miniatur Bullterrier

Die Miniatur Bullterrier sind sehr intelligent, weshalb die Erziehung relativ einfach ist. Sie lassen sich gerne spielerisch motivieren, was man gut als positive Verstärkung einsetzen kann.

Langeweile und monoton abgespulte Kommandos hingegen langweilen sie schnell, weshalb sie sich dann lieber ihren eigenen Beschäftigungen widmen. Aufgrund ihrer Eigensinnigkeit und ihres Dickkopfes braucht man beim Mini Bulli viel Geduld und Einfühlungsvermögen.

Da die Mini Bullis clever sind und gerne ihre Grenzen austesten, merken sie auch schnell wenn man mal inkonsequent ist und nutzen es aus. Mit Bestrafung erreicht man bei ihnen allerdings nur eine Abwehrhaltung.

Wie bei den meisten Hunden, fährt man mit liebevoller Konsequenz, auch bei den Miniatur Bullterriern am besten. Mini Bullis benötigen starke Führungspersonen die eine klaren Standpunkt vertreten können.

Die Erziehung startet sobald der Welpe das Haus betritt. Am aufnahmefähigsten sind die Welpen zwischen der 16. und 20. Lebenswoche, das ist die prägende Lebensphase. In der Zeit werden sie positiv wie negativ Angeeignetes mit in ihr weiteres Leben nehmen.

Es sollte auch schon früh mit der Sozialisierung und mit dem Training für das „Alleine bleiben“ angefangen werden. Den Grundgehorsam kriegt der kluge Mini Bullterrier auch schnell gelernt, mit der nötigen Disziplin und richtigen Herangehensweise.

Ein wichtiger Punkt in der Erziehung sollte der „Rückruf“ sein, da in dem kleinen Dickkopf ein eigensinniger Terrier steckt, der sich immer ein Stück Eigenständigkeit bewahrt. Das Training sollte erst zu Hause, dann im Garten stattfinden und für weitere Fortschritte bis hin zum Stadtpark ausgeweitet werden.

Wegen ihres Dickkopfes und ihrer Eigenwilligkeit ist diese Rasse nur bedingt (für besonders engagierte!!!) Hundeanfänger geeignet. Wenn du es schaffst als authentische Führungsperson aufzutreten und deinem Miniatur Bullterrier authentisch vermitteln kannst, das du hier das Sagen hast.

Es besteht auf jeden Fall ein erhöhter Erziehungsaufwand über den man sich, vor Anschaffung dieser Rasse, bewusst sein sollte! Man muss beim Mini Bulli mit einer anderen Erziehungsweise herangehen, wie z.B. bei den Hüte- und Gebrauchshunden.

Da die kleinen Bullis zu ihrer Zeit selbstständig ihre eigenen Strategien entwickeln mussten um Ratten und Marder zu fangen, liegt es ihnen nicht sehr Nahe mit den Menschen zu arbeiten.

Obwohl er so anhänglich ist und den Familienanschluss sowie die Aufmerksamkeit seiner Menschen dringend brauch um psychisch ausgeglichen zu sein.

Miniatur Bullterrier beschäftigen und auslasten

Die Miniatur Bullterrier sind aufgrund ihrer Statur keine Langstreckenläufer. Das heißt, man sollte mit ihnen nicht Joggen oder Fahrrad fahren. Sie fetzen zwar ganz gerne, aber mehr beim apportieren oder beim spielen mit den Hundekumpels.

Sie lieben lange, ausgedehnte Spaziergänge und wenn man sie auch noch über Baumstämme balancieren lässt und etwas Action in den Spaziergang bringt, ist der kleine Bulli glücklich und zufrieden.

Wer professionellen Hundesport betreiben möchte, könnte sich mit dem Schlaukopf beim Trickdogging versuchen. Longieren oder ruhiger Hundesport sind ebenfalls möglich.

Da die Gelenke, speziell die Kniescheiben dem kleinen Bulli oft Probleme bereiten, sollte man sich vom Leistungssport fernhalten.

Apportierspiele sowie Suchspiele, sind eine tolle Sache um ihn ordentlich auszulasten. Ebenfalls solltet ihr euerm Bulli im Wald etc. die Möglichkeit bieten zu buddeln, damit er euren Garten in Ruhe lässt.

Bei schlechtem Wetter liebt es der kleine Racker, Leckerchen oder den Apportierbeutel im Haus zu suchen. Gebt ihr dabei stimmlich ein bisschen die Richtung vor, fördert ihr auch noch die Orientierung an euch.

Pflegeaufwand bei einem Miniatur Bullterrier

Die Fellpflege eines Miniatur Bullterriers ist wirklich einfach. Gelegentliches Bürsten reicht im Normalfall aus. Beim Fellwechsel darf es allerdings gerne tägliche Unterstützung vom Mensch geben.

Gerne mit einem Gummistriegel, das genießen sie als Massage. Das verhindert auch das er das lose Fell nicht im Haus verliert.

Gebadet wird der kleine Bulli nur wenn er sich in Aas oder Kot gewälzt hat, oder man den Dreck nicht mit dem Gummistriegel entfernen kann. Ansonsten gilt sein Fell nämlich als selbstreinigend.

Die Ohren sollten jedoch im Auge behalten werden. Da sie aufgestellt sind, haben sie keinen guten Schutz vor Schmutz. Deshalb sollte man regelmäßig die äußere Ohrmuschel mit einem weichem Tuch, lauwarmen Wasser und Öhrchenöl reinigen.

Dabei kontrolliert man zeitgleich ob Parasiten die Ohren befallen haben oder eine Entzündung vorliegt. Im Zweifel kontaktierst du lieber einen Tierarzt.

Die Augen sind ebenfalls ein wichtiger Punkt beim Mini Bulli. Sie sind sehr empfindlich aufgrund ihrer speziellen Form.

Dazu neigen sie zu einer speziellen Augenerkrankung, weshalb eine vermeintlich harmlose Bindehautentzündung schlimmere Hintergründe haben kann. Auch hier gilt, Abklärung durch den Tierarzt.

Die Zähne sind ein allgemeines Thema, das alle Hunde betrifft. Entscheidet man sich allerdings dazu dem Hund die Zähne zu putzen, tut man sich und dem Hund einen großen Gefallen. Aber das liegt natürlich bei jedem Hundehalter selber.

Man vermeidet damit, das es irgendwann zur starken Zahnsteinbildung kommt, der Hund übelst aus dem Maul riecht und er im schlimmsten, aber naheliegendsten Fall, eine Zahnsteinentfernung unter Narkose in Kauf nehmen muss.

Zieht die Entzündung in den Kiefer, kann es den Gesichtsnerv befallen und eine Gesichtslähmung auslösen.

Wenn man schon im Welpenalter damit beginnt, während des Schlafs in seinem Mäulchen zu fummeln und zu schauen, kann man nach kurzer Eingewöhnung schon schnell die Fingerzahnbürste und die Hundezahnpasta einsetzen.

Wenn man erst im Erwachsenenalter damit anfangen möchte, könnte die Akzeptanz geringer sein und der Zug ist vielleicht abgefahren.

Miniatur Bullterrier sind verspielt und kinderlieb
© mirkograul-stock.adobe.com

Lebenserwartung und Gesundheit beim Minibullterrier

Die Lebenserwartung bei guter Pflege und Gesundheit liegt bei dem Miniatur Bullterrier bei bis zu 14 Jahren. Leider gibt es ein paar rassetypische Erkrankungen, die dem Mini Probleme bereiten können.

Aufgrund eines Gendefekts existiert die reinweiße Farbe, deshalb sollte man vom Kauf eines komplett weißen Bullis absehen. Denn oft sind diese Hunde, nicht selten, auf beiden Ohren taub.

Bei allen Fellfarben gibt es ein erhöhtes Risiko auf Herzproblemen, Nierenerkrankungen, Augenerkrankungen und Probleme mit der Kniescheibe.

Umso wichtiger ist es sich für seriöse Züchter zu entscheiden. Denn diese werden keine erkrankten Mini Bullis miteinander verpaaren, da ihnen die Gesundheit der daraus entstehenden Welpen mehr am Herzen liegt als die Optik.

Ihr könnt eurem Miniatur Bullterrier mit gutem Futter, artgerechter Auslastung und dem Vermeiden von Übergewicht zu einem langen gesunden Leben verhelfen und die Risiken auf Krankheiten zumindest minimieren.

Ist der Miniatur Bullterrier ein Listenhund?

Miniatur Bullterrier sind eine eigenständige Rasse und stehen in Deutschland auf keiner Rasseliste.

Er ist ebenfalls keine Kreuzung aus einem Bullterrier oder einer anderen Hunderasse auf der Rasseliste. Miniatur Bullterrier sind also erstmal keine Listenhunde.

Er kann jedoch in verschiedenen Bundesländern als gefährliche Hunderasse aufgrund des Erscheinungsbildes eingestuft werden. Ein zu großer Miniatur Bullterrier könnte aufgrund seiner Ähnlichkeit zu einem Bullterrier als gefährlich aufgrund der Rasse eingestuft werden.

Passt ein Miniatur Bullterrier zu mir?

Für einen Miniatur Bullterrier benötigst du ausreichend Zeit! Ob für die Auslastung, die langen Spaziergänge oder der nötigen Aufmerksamkeit inklusive seiner Streicheleinheiten um ihm als vollwertiges Familienmitglied zu integrieren.

Du brauchst ein selbstsicheres Auftreten und darfst nicht inkonsequent sein, um die Erziehung richtig anzugehen. Wenn du zu alldem bereit bist und du alle Kriterien erfüllst, passt der Mini Bulli gut zu dir.

Wenn du deinen Mini Bullterrier jedoch täglich mehrere Stunden alleine lassen müsstest, solltest du dich lieber nicht für den anhänglichen und besonders menschenbezogenen Mini entscheiden.

Hundeanfänger sollten sich auf jeden Fall Unterstützung durch eine örtliche Hundeschule oder einer Online-Hundeschule holen.

Fazit: Miniatur Bullterrier

Die Miniatur Bullterrier sind seit 2011 vom FCI als eigenständige Rasse anerkannt und sind in ganz Deutschland keine Listenhunde, ganz im Gegensatz zu dem Standard Bullterrier.

Sie erfreuen sich der Tatsache, Familien- und Begleithunde zu sein. Mini Bullis werden maximal 35,5 cm und können bis zu 14 Jahre alt werden, wenn sie keine von ihren rassetypischen Erkrankung bekommen.

Die Erziehung sollte stets aus liebevoller Konsequenz bestehen. Geduld und Feingefühl sollte der künftige Besitzer ebenfalls mitbringen, um den eigensinnigen, dickköpfigen Vierbeiner zu einem entspannten und gut erzogenen Weggefährten zu formen. Ganz wichtig ist dazu die nötige Zeit für seine Aufmerksamkeit und Auslastung eures Miniatur Bullterriers.

@ CaptureLight-/depositphotos.com (Beitragsbild)

Gründer und Autor von die-hunde.com

Marco

Ich bin Marco und lebe mit meiner Familie und unseren 3 Hunden (1 x Cane Corso und 2 x Broholmer) im Münsterland. Auf diesem Blog möchten wir unser Wissen und unsere Erfahrungen rund um das Thema Hunde teilen.

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